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3. Interessententreffen

Pressemitteilung der dritten Interessentenveranstaltung

 

Das dritte Interessententreffen zur Gründung einer Nachbarschafts- und Generationenhilfe in Alheim war geprägt von Ideenreichtum und Motivationsatmosphäre.

 

Bürgermeister Georg Lüdtke begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem kurzen Rückblick auf die vorhergehenden beiden Treffen, in denen Einblicke in die Arbeit der Generationenhilfe Neuenstein gegeben wurden und  viele Ideen für eine Nachbarschaftshilfe in Alheim durch die Interessenten an Gesprächstischen erarbeitet wurden. Man sei mit den Anbietern von Hilfsangeboten in einem sogenannten Multiplikatorengespräch sehr schnell darüber einig gewesen, dass eine derartige Nachbarschaftshilfe ergänzende Wirkungen in die örtliche Gemeinschaft hinein entfalte, so Lüdtke in seinem Verweis auf das Projekt von Luisa Kühn und ihrem Vater Harald Kühn aus Alheim-Licherode.

 

Beide stellten die „Licheröder Talente-Landkarte“ der Arbeitsgruppe „14plus“ vor. Mit dieser Talente-Landkarte sollen sowohl theoretische Kenntnisse als auch praktisches Können der am Projekt interessierten Haushalte in Licherode aufgenommen werden. So haben sich gleich zu Beginn Krankenschwestern, Waldarbeiter, Betriebswirtschaftler und Hauswirtschaftsmeisterinnen gefunden, die von technologie-affinen Jugendlichen über Imker bis zu Hotelfachkräften ergänzt wurden. Auch gibt es in dieser Talente-Landkarte Zeitzeugen, die als Mittler von Tradition und Wissen wichtige Akteure in Licherode seinen. Luisa Kühn beschreibt ihre Erfahrung in diesem Projekt mit der Erkenntnis, dass es in ihrem kleinen Ort darum ginge, die Stärken der Dorfgemeinschaft mit den Möglichkeiten der modernen Welt zu verknüpfen.

 

Dies bringt auch das von ihr entworfene Logo einer stilisierten SmartPhone-Oberfläche mit dem Schriftzug „Talente 14+“ sehr schön zum Ausdruck. Vater Kühn unterstreicht diese Erkenntnis, wenn er in nachspürbarer Weise den Besinnungsprozess der einzelnen Dorfbewohner als Teilhabe-, Verbundenheits- und Gestaltungswillen eines Miteinanders beschreibt. Die Talente-Landkarte Licherode wurde bereits in dem Wettbewerb „Hier will ich sein/Hier wird ich alt“ des Landkreises Hersfeld-Rotenburg im Zuge des „Aktionsprogramms regionale Daseinsvorsorge“ neben dem „Dorfschwestern-Modell“ aus Schenklengsfeld mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

 

In seiner moderierenden Überleitung bekräftigte Stephan Wachsmuth von der Koordinierungsstelle Generationenhilfen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg die herausragende Leistung von Luisa Kühn, die mit dem Entwurf des Projektlogos in vollster Überzeugung ihrer Erkenntnisse vor Ort in Licherode tätig geworden sei.

Dies könne er auch über Bürgermeister Thomas Baumann bestätigen, der als „Nachbar“ zu Alheim mit dem BUS-Ludwigsau, einem Generationenhilfeverein, in seiner Gemeinde gestartet ist.

 

Thomas Baumann nahm die Gelegenheit auch gleich wahr und führte den Interessenten in Alheim die doch allzu sehr vorgetäuschte Kommunikationsfähigkeit der Mediengesellschaft vor Augen. Hier fehle die Reaktionsmöglichkeit und eine anonymisierte Gesellschaft vertiefe das Unverständnis untereinander. Es gelte über die gegenseitigen Unterstützungen zu einem Mehr an Miteinander zu finden; die gegenseitige Hilfe an Stelle der einseitigen Hilfe zu stärken. Mit einer Nachbarschafts- und Generationenhilfe stehe das Miteinander in der örtlichen Gemeinschaft wieder im Mittelpunkt und verdränge das Übereinander, so Baumann in seinem Impulsreferat.

Man habe sich gleich zu Anfang in Ludwigsau ganz bewusst für den Namen BUS-Ludwigsau entschieden; gelte doch „dieses Verkehrsmittel als zukunftsfähig“ und in seiner vollen Schreibweise „Bürger unterstützen sich“ auch als Programm des Vereins. Baumann ermutigte die Alheimer zur Gründung einer Generationenhilfe in der Rechtsform eines Vereins, denn haftungsrechtliche Fragen, die Erfahrungen mit Vereinsarbeit und die Anerkennung der Gemeinnützigkeit erleichtern nach seinen Erfahrungen die Tätigkeiten der Nachbarschaftshilfe vielfach. Auch warb er dafür, das Fundament auf breite Füße zu stellen und verwies auf die Zusammenarbeit der politischen Gemeinde mit den Kirchengemeinden Ludwigsaus. Er sieht für die Anfangsphase einer solchen Generationenhilfe den Zweitraum von zwei bis fünf Jahren, um die Entwicklungen eines Miteinanders in den Ortschaften zu erfahren. Aber, so Baumann, jede Möglichkeit der Anpassung an die Entwicklung der Bevölkerung lohne und bringe für alle in ihrer gewohnten Umgebung nur Gewinn.

 

Stephan Wachsmuth verwies dabei auch auf die von Bürgermeister Lüdtke anberaumte Ortsvorsteherdienstversammlung in Alheim, die die Gründung und Tätigkeiten einer Generationenhilfe als Angelegenheit der örtlichen Gemeinschaft spürbar werden ließ.

Auf dem Weg zu einer Generationenhilfe in Alheim wird eine kleine Arbeitsgruppe bis zur vierten Interessentenveranstaltung einen Satzungsentwurf erarbeiten, der dann zur Diskussion und Verabschiedung gestellt werden kann.

 

gez.

Stephan Wachsmuth

Koordinierungsstelle Generationenhilfen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg

 

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