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1. Interessententreffen

Pressemitteilung der ersten Interessentenveranstaltung

 

Erstes Interessententreffen zur Nachbarschafts- und Generationenhilfe für Alheim

 

Zum ersten Interessententreffen auf dem Weg zu einer Nachbarschafts- und Generationenhilfe für Alheim am 29. Mai 2013 in Heinebach kamen über 30 Bürgerinnen und Bürger aus den einzelnen Ortsteilen in das Haus der Generationen. Eingeladen hatte Bürgermeister Georg Lüdtke und Frau Jennifer Freund von der Gemeindeverwaltung mit Unterstützung der Koordinierungsstelle Generationenhilfen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, vertreten durch Stephan Wachsmuth.

 

Schon in seinen Begrüßungsworten wies Bürgermeister Lüdtke darauf hin, dass es vor 30 bis  40 Jahren eines solchen Termins zur Nachbarschafts- und Generationenhilfe nicht bedurft hätte. Die Gesellschaft und damit auch die Entwicklung in Alheim habe sich aber verändert und die Bevölkerungsentwicklung lege Zeugnis darüber ab: „Wir werden weniger werden“, so Lüdtke. Schon im Jahre 2030 (also in 17 Jahren!) werde die Einwohnerzahl in Alheim um bis zu 500 Menschen geringer sein (heute: ca. 5.000; in 2030: 4.500). Fakten, die Lüdtke in der These: „Vergangenheit ist nicht zu verändern, aber die Zukunft muss wohl gestaltet sein“, zusammenfassend formulierte. Und um dieses „Wohl-Gestaltet-Sein“ sollte es dann auch an diesem Abend gehen.

 

Hierzu erläuterte Lüdtke das „Altenhilfe- und Generationen-Netzwerk Alheim“ in dem mit seinen vier Säulen: dem Haus der Generationen, der Seniorenwohnanlage Wohnkonzept 55+, der Kindertagesstätte Haus der kleinen Füße & Kindergrippe „Traumland“ sowie dem FamilienVitalZentrum, eine Bürgerhilfe Alheim „Wir für uns“ die fünfte Säule für das angenehme Leben in Alheim erwachsen solle.

 

Wegen kurzfristiger Verhinderung konnte Bürgermeister Walter Glänzer aus Neuenstein nicht selbst über seine bisherigen Erfahrungen aus dem Wirken seines Vereins „MuM“ – Menschen unterstützen Menschen in Neunenstein e.V. berichten, sodass Stephan Wachsmuth als Impulsgeber den Interessierten die Ideen einer Generationenhilfe vor Ort näher brachte. 

 

Wachsmuth stellte dabei von Anfang an klar, dass es nicht um Senioren allein gehe, sondern die Hilfe „von allen für alle angeboten und nachgefragt“ werden solle. Gerade der Austausch zwischen den Generationen festige die Hilfsstruktur und mache die Unterstützungsbereitschaft abwechslungsreich, so Wachsmuth. Er sieht in einer solchen Nachbarschaftshilfe eine große Herausforderung für soziale Ansprache in den Ortsteilen und gibt den Rat ganz „gelassen und kreativ heranzugehen“. Seine Erfahrungen zeigen, dass es in MuM-Neuenstein ganz viel Hilfsangebote von bereitwilligen Unterstützern gebe, aber die Nachfrage noch gering sei. Wichtig sei aber, so Wachsmuth, dass es das freiwillige, bürgerschaftliche Hilfsangebot gebe und die Menschen der Gemeinde darauf zurückgreifen könnten. Es müsse eben auch „in die Köpfe kommen“ mit einer solchen Nachbarschaftshilfe schon jetzt an die Zukunft zu denken; denn die Menschen warten auf die Möglichkeit der Hilfeleistung und Neubürger würden auch bereits nach derartigen Angeboten fragen. Wachsmuth schilderte beeindruckende Einzelfälle etwa aus Patenschaften zu Jugendlichen mit gelungenen Eingliederungen in das Leben. Dies sei praktische Generationenhilfe jenseits jeder Werbung in Hochglanzbroschüren. Dabei solle jeder Einzelne nicht zu hohe Erwartungen an sich und seine Hilfeleistung stellen, denn es gebe kein Scheitern, sondern immer wieder einen neuen Anfang. Ganz entscheidend sei dabei der Moment der Freiwilligkeit, also „die eigene Entscheidung wann, wie und wem will oder kann ich helfen“. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Aktivitäten in Alheim, sieht Wachsmuth eine gute Grundlage für eine solche Generationenarbeit.

 

Für das „Mut-Machen“ sprach Lüdtke dem Referenten seinen Dank aus. Er sei der Überzeugung, dass ein solches Unterstützungsangebot eine Struktur brauche, die das bürgerschaftliche Engagement ermögliche und tragen könne. Hier gelte es neben der Kirche auch die Jugendlichen und die von Berufs wegen aktiven Menschen, aber auch Vereins- und Verbandvertreter für ein gelingendes Aufbauszenario zu gewinnen. Lüdtke will dafür die „Multiplikatoren“ in Alheim gewinnen.

 

Frau Renate Reifschneider begrüßt mit ihrer Erfahrung aus der Familienhilfe Alheim das Vorhaben; werden mit einer solchen Nachbarschaftshilfe doch vor den gesetzlichen Ansprüchen bereits Unterstützungen für ein Leben in der gewohnten Umgebung ermöglicht oder zumindest erleichtert. Auch Herr Horst Peschges als Vorsitzender des Seniorenbeirats und langjähriger Vertreter des VdK sieht in der Generationshilfe eine gute Ergänzung zum Angebot der Hilfeleistung bei Behördengängen und stellt die Notwendigkeit der sozialen Ansprache in den Mittelpunkt einer solchen Hilfeleistung. Frau Monia Oehm-Grenzebach vom Kirchenvorstand in Sterkelshausen skizzierte schon mit der Idee der früheren „Milchbank“ erste Ansätze von neuartigem Miteinander im Ort.  Frau Barbara Stahl als neue Bewohnerin im Wohnkonzept 55+ erklärte sich spontan zur Betreuung des 3GKinos in Alheim bereit. Auch Herr Wolfgang Viereck als ehemaliger Büroleiter der Gemeindeverwaltung Alheim möchte die Idee einer Generationenhilfe mit verwirklichen und spricht sich für die Vermittlung derartiger Hilfen über die Angebots- und Nachfragezettel aus. Aribert Kirch erinnerte dabei an die ersten Überlegungen für die Anschaffung eines elektogetriebenen Fahrzeugs für Menschen mit Behinderung, das das Leben in der Gemeinschaft erleichtern wird.

 

Erste Rückläufe der „Angebots/Nachfragezettel“ zeigen, dass die Bereitschaft zur Hilfe in Alheim vorhanden ist und auch die Kreativität in Form von Kinobegleitung, Spaziergängen und Schulaufgabenbetreuung geweckt wurde. 

 

Ein nächstes Interessententreffen mit konkreten Vorschlägen für die Gründung einer Nachbarschaftshilfe in Alheim wird nach den Sommerferien 2013 stattfinden. Stephan Wachsmuth gibt den Anwesenden dazu die „Hausaufgabe“, mindestens zwei weitere Interessenten mitzubringen.

 

gez.

Stephan Wachsmuth

 

Viele interessierte Besucherinnen und Besucher waren zur ersten Infoveranstaltung gekommen