Schriftgröße ändern:
normal  groß  größer 
 
 

Siegel DNP 2016_1

 

 

BNE-Auszeichnung 2019

 

UNESCO-Weltaktionsprogramm

Teilen auf Facebook   Druckansicht öffnen
 

Nacht erleben im UBZ Licherode - 11.06.2021 ab 21:30 Uhr

Alheim, den 08.06.2021

Pflanzen und Tiere haben keine Rollläden

Vortrag zu den Auswirkungen von zu viel Licht auf Pflanzen, Tieren und Menschen

 

 

Der Tag-Nacht-Rhythmus ist der grundlegende Taktgeber für die Lebewesen dieser Erde. Kunstlicht bringt diesen natürlichen Takt in zunehmendem Maße durcheinander. Sabine Frank, Nachtschutzbeauftragte im Landkreis Fulda, machte die Auswirkungen unseres Lichthungers in ihrem mitreißenden online Vortrag sehr deutlich. Rund 25 Teilnehmer aus Alheim, den Nachbargemeinden und der Gemeinde Lalley in der französischen Region Grenoble interessierten sich für dieses Angebot. Das Umweltbildungszentrum Licherode und eine französische Partnerinitiative initiierten die Veranstaltung, die vom deutsch - französischen Bürgerverein unterstützt wurde.

 

Nicht nur Insekten fliegen in den Bereich der künstlichen Lampen, wo sie oft vor Erschöpfung sterben und ihre wichtige Bestäubungsfunktion nicht erfüllen können. Auch Vögel, Igel oder Fledermäuse leiden unter dem hellen Schein der Lampen und verändern dadurch Brutverhalten und Bewegungsmuster. Dass auch Pflanzen wie z.B. Bäume in der Nähe von Straßenlampen darunter leiden, war für fast alle Zuhörer eine neue Information: Der Laubfall verzögert sich und die Bäume geraten unter Stress, was oft zu ihrem Absterben führt.

 

Sabine Frank zeigt im Landkreis Fulda und als Koordinatorin im Sternenpark Rhön, dass es auch anders geht: Kommunen können ihr Beleuchtungskonzept nachtfreundlich gestalten, wie es in und um Fulda schon viele Gemeinden tun. Deren Lampen vermeiden Streulicht und haben eine wärmere Lichtfarbe, die günstiger auf die nachtaktiven Insekten wirkt. Zu viel Helligkeit wird durch die Reduzierung der Leistung von Leuchtkörpern vermieden und etliche Lampen einfach früher oder ganz ausgeschaltet. Das ist gut für die Umwelt und die Kommune, weil es Energiekosten und CO² einspart. Auch jeder Einzelne kann etwas tun, betont Sabine Frank: Jeder kann die eigene Außenbeleuchtung überprüfen, reduzieren und warme Lichtfarben wählen. Auch LED-Solarstrahler in den Gärten irritieren die Tiere und lassen sich leicht vermeiden.

 

Sabine Frank bietet Kommunen, die das „Lichtzepter“ selbst in die Hand nehmen wollen umfangreiche Unterstützung durch die Weitergabe von Vorlagen, Informationen wie auch Beratungsangeboten. „Dieser Vortrag war ein flammendes Plädoyer für die Rückeroberung der Nacht, die auch wir Menschen für einen gesunden Lebensrhythmus brauchen“, fasst Moderatorin Lena Heilmann vom UBZ Licherode die 120 spannenden Minuten des Vortrags zusammen und wünscht allen Teilnehmenden viel Elan und Erfolg auf dem Weg dahin.

 

 

 

Nacht erleben im UBZ Licherode

 

Anschließend an den Online-Vortrag können am 11. Juni ab 21.30 Uhr Familien mit Kindern ab dem Grundschulalter Dämmerung und Dunkelheit erleben, Sterne gucken und Fledermäuse hören. Bei einer kleinen Nachtwanderung tauchen sie mit allen Sinnen ein in die Sommernacht.

 

Infos und Basteleien runden das ca 90-minütige Erlebnis ab. Die Veranstaltung findet nur bei trockenem Wetter statt. Es gelten die aktuellen Corona-Hygienebestimmungen.

 

Anmeldungen unter

 

Bild zur Meldung: Nacht erleben im UBZ Licherode - 11.06.2021 ab 21:30 Uhr