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Flüchtlingshilfe Alheim wird prämiert beim Bundeswettbewerb

Alheim, den 04.07.2018

Die Preisträger des Bundeswettbewerbs "Zusammenleben Hand in Hand – Kommunen gestalten" wurden in Berlin ausgezeichnet

 

 

Im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat wurden heute durch Herrn Staatssekretär Dr. Markus Kerber im Rahmen einer Abschlusskonferenz die Gewinner des Bundeswettbewerbs "Zusammenleben Hand in Hand - Kommunen gestalten" ausgezeichnet. 21 Kommunen aus 15 Ländern haben Preisgelder in Höhe von bis zu 25.000 Euro für Projekte und Konzepte erhalten, die die Integration und das Zusammenleben vor Ort stärken. Der erstmals ausgelobte Wettbewerb soll zur Nachahmung guter Praxis anregen und die in der kommunalen Integrationsarbeit Tätigen in ihrer Arbeit ermutigen und stärken. Zur Teilnahme aufgerufen waren Kommunen aus ganz Deutschland.

 

"Kommunen sind der Kern unseres Gemeinwesens. Sie nehmen ihre Verantwortung für das soziale Miteinander vor Ort wahr. Das zeigen nicht zuletzt die vielen kreativen Ideen und Konzepte, die im Rahmen des Bundeswettbewerbs eingereicht wurden", so Bundesinnenminister Horst Seehofer anlässlich der Preisverleihung.

 

Der Bundeswettbewerb, der in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbänden und dem Bundesverband Deutscher Stiftungen durchgeführt wurde, zielt darauf ab, die Kommunen als Gestalter, Steuerer und Vermittler des Zusammenhalts zu stärken und Engagement zu fördern. Mit Blick auf die Integration von Zuwanderern, die dauerhaft und rechtmäßig in Deutschland bleiben dürfen, nehmen die Kommunen eine Schlüsselrolle ein.

 

Die Präsidenten des Deutschen Städtetages, des Deutschen Landkreistages und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Oberbürgermeister Markus Lewe, Landrat Reinhard Sager und Bürgermeister Dr. Uwe Brandl, erklärten: "Die vielfältigen Wettbewerbsbeiträge aus den Städten, Landkreisen und Gemeinden zeigen eindrücklich, mit welch großem Engagement der Kommunen Integration gelingen kann. Das erfordert Anstrengungen von allen Beteiligten: sowohl von den Flüchtlingen, die sich in eine neues kulturelles Umfeld einfügen müssen. Aber auch von der aufnehmenden Bevölkerung, um Brücken in die Gesellschaft zu bauen."

 

Mehr als 140 Beiträge wurden bei dem vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) inhaltlich und organisatorisch betreuten und von den kommunalen Spitzenverbänden und dem Bundesverband Deutscher Stiftungen unterstützten Wettbewerb eingereicht. Diese hohe Zahl der Wettbewerbsbeiträge und die insgesamt überzeugenden Aktivitäten der Arbeit vor Ort zur Integration und Förderung des Zusammenlebens können anderen Kommunen einen Anreiz zur Nachahmung geben. Die Wettbewerbsbeiträge zeigen eine beeindruckende Bandbreite an Konzepten, Projekten und Maßnahmen mit der Kommunen sich innovativ und kreativ für gutes Zusammenleben und eine nachhaltige Integration engagieren. Dabei arbeiten viele verschiedene Partner zusammen. Partizipation und ehrenamtliches Engagement sind fester Bestandteil nahezu aller Beiträge.

 

Darunter sind auch viele Beiträge aus kleineren Kommunen in ländlichen Räumen. Beispielsweise erarbeitet Schwäbisch Gmünd eine "Charta der Gemeinsamkeit", Schwerin sucht jugendliche Zuwanderer mit einem orangenen Mobil auf und Minden schafft mit seinem Projekt für schnelllernende Neuzuwanderer einen besseren Zugang zu Beruf, Studium und Ausbildung.

 

Eine unabhängige Jury aus Wissenschaft und Praxis ermittelte die Preisträger. In der Kategorie "Hervorragende strategische Aktivitäten" wurden 17 Kommunen ausgezeichnet: vier kreisfreie Städte, zehn kreisangehörige Kommunen und drei Landkreise. In der Kategorie "Bemerkenswerte Einzelprojekte" wurden vier Kommunen prämiert.

 

Zu den Gewinnern zählen große Städte wie München und Dortmund, aber auch kleine Gemeinden wie Alheim und Elm-Asse. Bei den Landkreisen sind Osnabrück und Oberspreewald-Lausitz unter den Prämierten. Die Sieger des Wettbewerbs wurden von einer unabhängigen Jury aus Vertretern der Kooperationspartner, der Wissenschaft, der Praxis sowie des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat ausgewählt. Ziel des Wettbewerbs ist es, die ausgezeichneten und nachahmenswerten Projekte und Ideen in die Fläche des Landes zu tragen.

 

Die Begründung für die Prämierung der Flüchtlingshilfe Alheim:

 

Die kleine Gemeinde Alheim hat bereits sehr frühzeitig auf die Zuwanderung von Geflüchteten reagiert und eine „Flüchtlingshilfe“ ins Leben gerufen, um die Aufnahme und Eingliederung von insgesamt 42 Flüchtlingen vorzubereiten und die Bevölkerung zu sensibilisieren.

 

Die Alheimer Flüchtlingshilfe basiert auf einer schriftlich ausgearbeiteten Konzipierung, die für eine solch kleine Gemeinde durchaus als Integrationskonzept gewertet werden kann. Auch detaillierte Ziele wurden festgelegt, teilweise differenziert nach Gender-Aspekten und unter Berücksichtigung von Diversity.

 

Die Flüchtlingshilfe ist nicht nur ehrenamtlich organisiert, sondern wird in hohem Maße auch von Kommunalpolitik, - verwaltung und kirchlichen Vertretern getragen.

 

Der Wettbewerbsbeitrag zeigt einen hohen Transfergehalt: Strategien und Erfahrungen werden in der „Handreichung Flüchtlingshilfe für kleinere Kommunen im ländlichen Raum am Beispiel der Gemeinde Alheim“ anderen Kommunen zur Verfügung gestellt. Zudem ist Alheim Modellkommune des Landes Hessen für Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum.

 

Zusammenfassend wird mit der Alheimer Flüchtlingshilfe versucht, möglichst alle verfügbaren Ressourcen für eine bedarfsgerechte Integration zu bündeln und auf einem breiten Bündnis von ehrenamtlichen Akteuren zum Erfolg zu führen. Hier „befruchten“ sich also Bedarfe, Wünsche, Ziele, Möglichkeiten und Machbarkeiten gegenseitig im Sinne eines sehr positiven Pragmatismus.

 

 

Foto: Quelle „Foto Credit