50 JAHRE ALHEIM

50 Jahre Alheim

Alheimer sind zusammengewachsen                                   

Gemeinde feierte mit zahlreichen Gästen ihr 50-jähriges Bestehen

Wer hätte am 1. August 1972 geglaubt, dass die mit großen Geburtswehen geborene Gemeinde Alheim, am Nordwestrand des am gleichen Tag das Licht der Welt erblickenden Landkreises Hersfeld-Rotenburg gelegen, ihren 50. Geburtstag in Baumbach in einem schmucken Bürgerhaus feiern wird? Und dass 2022 auf ihrem Gebiet doppelt so viel Strom erzeugt wie von den Einwohnern verbraucht wird, und dass Flüchtlinge aus der Ukraine das Geburtstagsrednerpult mit bunten Papierblumen schmücken werden?

Kein Festredner, keine Festrednerin, keiner aus der großen Gemeinde der geladenen Gäste – und deshalb spürte man bei allen Geburtstagsansprachen, wie dankbar man für die gute, mitunter sogar großartige Entwicklung der Kommune sein kann.

Wie sehr man aber auch hoffen muss – und das kam ganz besonders beim Grußwort von Landrat Torsten Warnecke zum Ausdruck, dass sich der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht ins Unendliche auswächst und zu weiteren Krisen führt. Warnecke stellte des Weiteren heraus, dass Alheim trotz eines zwischenzeitlichen Einwohnerrückgangs um gut 100 Einwohner gewachsen sei. Die in allen zehn Ortsteilen zusammenzuhalten, sei angesichts anfänglicher Animositäten und genauer Festlegungen, was mit Vermögen und Rücklagen der Altgemeinden zu geschehen habe, sicherlich nicht ganz einfach gewesen. Gleichwohl gab er sich der Hoffnung hin, dass inzwischen nicht mehr „gerauft“ werde. Für die nächsten 50 Jahre wünschte er der den Alheimerinnen und Alheimern Frieden, Freiheit und ein gutes Miteinander.

Begrüßt worden war die Festversammlung von Alheims Erstem Beigeordneten Dr. Andreas Brethauer. Der junge Bürgermeistervertreter ging auf die unübersichtliche Gemengelage bei der Gebietsreform ein, verlas die Namen der Gründerväter und stellte heraus, dass Ortsteile und Bürger „zu einem Alheim zusammengewachsen“ seien, das sich mit Leuchtturmprojekten und der Auszeichnung „Nachhaltigste Gemeinde Deutschlands des Jahres 2016“ schmücken könne.

Marc Heinzerling, der Vorsitzende der Gemeindevertretung, outete sich als einer der letzten Baumbacher Grundschüler und lockerte den Festakt mit kleinen Anekdoten auf. Er wurde allerdings auch ernst, als er auf die Arbeit der Alheimer Flüchtlingshilfe einging. Als ein Verein von vielen stehe der Verein dafür, dass die Alheimer offen seien für die Nöte ihrer Mitmenschen und dass sie bereit seien, sich zu engagieren. Das gelte auch für die Kommunalpolitiker, die es sich nie einfach gemacht hätten und die weiter daran arbeiten würden, dass ihr Gemeinwesen den Titel Solargemeinde zu Recht trage, dass es bald überall schnelles Internet gebe und dass noch viel mehr für Kinder und Jugendliche getan werde.

Für die Nachbarstadt Rotenburg gratulierte deren Erste Beigeordnete Ursula Ender. Angefangen bei der Pro-Region Mittleres Fuldatal und Zubra bis hin zum Verwaltungszweckverband Alheimer ließ sie die verschiedenen Stationen gemeinsamen Handelns Revue passieren. Ihr Wunsch zum Abschluss: „Hoffen wir auf einen Ausbau der Zusammenarbeit!“

Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Thomas Specht erzählte von vor 50 Jahren und von heute. Offen und ehrlich gab er auch zu, dass er auf der Fahrt nach Baumbach auf Eierlikör von Hädes gehofft habe.

Obwohl es den nicht gab, hatte Specht eine ganz besondere Überraschung im Gepäck: Mit Unterstützung von Gemeindebrandinspektor Bernd Hildebrand und dessen Stellvertreter Frank Moog zeichnete er den 24 Jahre lang für die Gemeinde Alheim tätigen ehemaligen Rathaus-Chef Georg Lüdtke mit der St.-Florians-Medaille in Silber aus, wofür sich der Ruheständler gerührt bedankte.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt von Nina Knoch, die das Auditorium mit leicht verträumten Melodien vom Keyboard in unaufgeregte Festtagsstimmung versetzte.

Für einen bunten Beitrag sorgten die Baumbacher Kindergarten-Kinder, die „mit der Eisenbahn“ anreisten, ein Lied sangen und die Gemeinde hochleben ließen.

Im Anschluss an die festliche Abendveranstaltung wurde draußen vor der Tür maßvoll gefeiert. Es gab vor Ort produzierte Bratwurst, diverse Getränke und das eine oder andere, auch von kommunalpolitischen Erinnerungen gefärbte Schwätzchen.

Text: Wilfried Apel, HNA